"ADOPTION" eines Hundes - was heißt das?

Unsere Hunde, Welpen, Junghunde, Adulte oder Senioren kommen aus Tötungsstationen aus Spanien oder Frankreich. Sind auf der Straße aufgelesen, ehemalige „Kettenhunde“ oder sind in unseren Partnertierheimen abgegeben worden. Wurden manchmal im Tierheim geboren und hatten noch nie ein Zuhause oder Familienanschluss.

Die meisten hatten daher bisher kein schönes, bedürfnissorientiertes Leben. Sie haben z.T. traumatische Erlebnisse mit Menschen gemacht oder auch das andere Extrem erfahren, nämlich gar keine Sozialisierung mit Menschen. Sie kennen das Zusammenleben mit uns in einem Haus bzw. Wohnung noch nicht. Grundkommandos, Leinenführigkeit, „Stubenreinheit“ etc. müssen erst erlernt werden. Hundespielzeug sind diesen Tieren oft gänzlich unbekannt. 

Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, dass auch die älteren Hunde noch gerne lernen und es tatsächlich möglich ist, dass Mensch und Hund zu einem tollen Team zusammenwachsen können. In der Vergangenheit Erlebtes lässt sich „umprogrammieren“, manchmal mit viel Geduld oder auch schon nach kurzer Zeit. Modernes Hundetraining spielt hier eine besondere Rolle, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse des adoptierten Hundes.

Wir freuen uns sehr, dass Sie ein Hund aus dem Tierschutz adoptieren möchten. Wir sprechen hier ganz bewusst von adoptieren. Denn damit eröffnen Sie dem ausgesetzten oder abgegebenen Tier eine zweite Chance auf ein bedarfgerechtes Leben in einer Gemeinschaft mit Menschen und vielleicht weiteren tierischen Mitbewohnern. 

Wir sehen das als eine bewusste Entscheidung von Ihnen, mit allen Konsequenzen und ohne doppelten Boden. Damit übernehmen Sie nämlich eine große Verantwortung und Verpflichtung für das Tier. Die Adoption des neuen Familienmitgliedes muss gut überlegt und geplant werden. Auch wenn nicht alles von Anfang an rund läuft, erwarten wir, dass Sie viel Geduld für sich und das Tier mitbringen. Es wird Fortschritte und Rückschläge in der neuen Gemeinschaft geben. Ein Tier kann bei Nichtgefallen nicht einfach umgetauscht werden bzw. zurück ins Tierheim. Sie haben ein neues Familienmitglied, dass Sie je nach Adoptionsalter bestenfalls 16 Jahren begleiten wird. Es braucht u.a. Zuneigung, Erziehung, Konsequenz, Verlässlichkeit, medizinische Versorgung und natürlich auch Futter. Beschäftigung und tägliche Bewegung – an 365 Tagen im Jahr. 

Bringen Sie ausreichend Hundewissen, Gelassenheit, Zeit und finanziellen Mittel mit? Erlaubt ihr Vermieter eine Tierhaltung? Wohin mit ihrem neuen Mitbewohner, wenn Sie in den Urlaub fahren und er nicht mit kann oder Sie mal krankheitsbedingt ausfallen? Haben Sie also ein Plan „B“, wenn Sie sich mal nicht um Ihr Tier kümmern können?

Wenn Sie nicht bedingslos "Ja" sagen können zu allem, was mit Tierhaltung verbunden ist, adoptieren Sie bitte besser kein Tier.

Erkundigen Sie sich zuvor über die Seriosität Ihrer Tierschutzorganisation. Und bitte - bitte prüfen Sie, ob sich hinter der „Organisation“ nicht ein unseriöser Tier-Vermehr versteckt, geben Sie dem illegalen Welpenhandel keine Chance!

Zum ersten  mal "auf den Hund" gekommen?...

...was wir von Ihnen erwarten

Wenn Sie zum ersten Mal Tierhalter werden wollen, bitte informieren Sie sich genau, was Tierhaltung bedeutet und welche Verantwortung Sie damit übernehmen. Lassen Sie sich gerne beraten, welcher Hund, Alter, Größe, Rasse /-Mix gut zu Ihnen und Ihrer Lebenssituation passt. 

Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, wie Ihr Alltag mit dem Tier aussehen wird, ob sich die neuen Verpflichtungen (Gassi gehen, füttern, Urlaub, Tierarztbesuche etc.) mit Ihrem Alltag vereinbaren lassen. 

Sind Sie bereit, über Ihre familiäre und berufliche Situation Auskunft zu geben, soweit dies für das zukünftige Leben des zu Ihnen vermittelten Hundes von Belang ist. Setzen Sie sich mit dem Thema der Mittelmeerkrankheiten auseinander. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt was es bedeutet, wenn Ihr Hund an einer dieser Krankheiten erkrankt. Wir testen die älteren Tiere aber dieser Test gibt keine finale Sicherheit, dass bspw. eine Leishmaniose nicht später doch ausbrechen kann.

Akzeptieren Sie, dass wir zum Wohle des Hundes bei Ihnen eine Vorkontrolle durchführen, um das neue Lebensumfeld des Hundes kennenzulernen und einzuschätzen, ob Ihr Wunschkandidat wirklich zu Ihnen passt. Wir möchten weiterhin gerne, dass Sie uns auch später noch offen Auskunft über den Gesundheitszustand und die Situation des Tieres geben und bereit sind, auch eine Nachkontrolle zu akzeptieren, wenn die Vermittlung erfolgt ist. Gerne halten wir auch Kontakt und bekommen unregelmäßig Foto-Grüße von unseren vermittelten Schützlingen.

Was Sie von uns erwarten können...

...dass wir Ihnen über alle uns zur Verfügung stehenden Informationen Auskunft geben: Sie erfahren alles über die Herkunft und Vorgeschichte des Tieres, soweit wir hierzu in der Lage sind. 

Wir beschreiben nach bestem Wissen den Charakter und das Verhalten des Tieres, so wie wir es erleben oder so wie es uns erzählt wurde.

Soweit bekannt, über Krankheiten oder Handicap des Tieres aufklären. 

Eine Gewähr für gemachte Angaben übernehmen wir nicht, da Tiere Lebewesen sind und sich nach einer Adoption ggf. anders zeigen oder verhalten. Schlummernde Krankheiten zeigen sich manchmal erst nach Monaten oder Jahre.

Auch nach der Adoption stehen wir gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Vermittlungsablauf

Nachdem Sie sich sorgfältig mit dem Adoptionsgedanken auseinandergesetzt haben und Sie weiterhin Interesse an einer Adoption eines Hundes von einem unserer Partnertierheime haben, bitten wir Sie, uns eine Selbstauskunft auszufüllen, damit wir uns ein Bild Ihrer Lebensumstände machen können. Damit können wir dann gemeinsam schauen, ob Ihr Wunschkandidat der passende Hund für Sie ist.  

Anschließend wird ein ausführliches Telefonat geführt, um gegenseitige Fragen zu beantworten und so einen noch besseren Eindruck voneinander gewinnen können. Als nächstes erfolgt ein Hausbesuch bei Ihnen, die sogenannte Vorkontrolle. Wenn alles positiv ausfällt, kann der Hund aus dem Ausland nach Deutschland reisen. 

Für alle Tiere wird eine Schutzgebühr erhoben. Die Schutzgebühr geht direkt an das Tierheim im Ausland.  Sie beinhaltet notwendigen Basisimpfungen, den Chip, EU-Heimtierausweis, Test auf Mittelmeerkrankheiten sofern das Tier schon älter als 7 Monaten ist, Giardientest, Kastration, Transport nach Deutschland zu einem vereinbarten Treffpunkt und ein Sicherheitsgeschirr.

8-9 Schritte bis zur Adoption eines Hundes aus dem Ausland

  • Hund via Internetbeschreibung und Fotos kennenlernen
  • Selbstauskunft ausfüllen
  • Telefonat mit uns, um alle Fragen zur Adoption zu klären
  • ggf. Hund auf der Pflegestelle in Deutschland kennenlernen (sofern er schon in D ist)
  • Besuch (Vorkontrolle) bei Ihnen - im potentiellen neuen Zuhause
  • Schutzvertrag unterzeichnen
  • Schutzgebühr inkl. Impfungen, Kastration (je nach Alter) Chip, EU-Ausweis, Sicherheitsgeschirr und Transport 420€; bei älteren oder kranken Tiere nach Absprache) an das zuständige Tierheim überweisen
  • Hund zieht in sein neues Zuhause
  • Nachkontrolle

 

 

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